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Infektion mit Giardia duodenalis - Giardiose

Giardien (Giardia duodenalis) parasitieren in vielen Wirbeltieren, einschließlich dem Menschen!

Bei Hunden und Katzen ist diese Infektion recht häufig anzutreffen. Etwa jeder 5. Hund und jede 10. Katze sind mit Giardien infiziert. In Studien wurde bei Welpen und Jungtieren sogar eine Befallshäufigkeit von bis zu 70% ermittelt.

Besonders bei Welpen und Jungtieren kommt es im Verlauf der Infektion zu einer Dünndarmentzündung, die sich in Durchfall und Erbrechen äußert.
Die Intensität des Durchfalls kann stark variieren: Sie reicht von kurzweiligen, sich aber wiederholenden Durchfallperioden bis hin zu schweren, lang anhaltenden Krankheitsbildern. Häufig ist der Kot vermehrt schleimig verändert, er kann auch Blut enthalten. Weiterhin kann es zur Abmagerung bei erhaltener Futteraufnahme kommen.

Erwachsene Tiere sind häufig symptomlos. Sie scheiden den Erreger aber fortlaufend aus. Die Ausscheidung der Tiere ist wiederum Hauptinfektionsquelle für die Verbreitung der Giardien.

Giardienzysten, die mit dem Kot ausgeschieden werden sind in der Umwelt außerordentlich widerstandsfähig und können über Wochen bis Monate ansteckungsfähig für andere Hunde und Katzen und auch Menschen (!) sein. In Wasser oder feuchtem Milieu überleben Giardien besonders lange. Deswegen kann die Verhinderung von Reinfektionen und Rezidiven schwierig sein und erfordert konsequente Hygienemaßnahmen (s.u.).

Giardien sind sog. Zoonoseerreger, d.h. sie können vom Tier auf den Menschen übertragen werden. Trotz der hohen hygienischen Standards in der westlichen Welt ist die Giardieninfektion die häufigste durch Parasiten hervorgerufene Darmerkrankung beim Menschen !
Als Mensch infiziert man sich durch direkten Kontakt mit dem Erreger und seiner oralen Aufnahme – direkt beim Kontakt zu infizierten Tieren, indirekt z.B. durch Kontakt zu Erdreich oder Sand (Spielplatz), der mit Giardienzysten kontaminiert ist sowie durch infiziertes Trinkwasser. Auch Fliegen können Giardien auf Nahrungsmittel verteilen und ihn so indirekt auf Menschen übertragen.

Der Nachweis der Giardieninfektion erfolgt über die Untersuchung von Kotproben. Hierfür empfiehlt sich eine Sammelkotprobe – d.h. es soll über 3d Kot gesammelt werden. Durch eine ausreichend große Probenmenge wird die „Trefferquote“ deutlich erhöht.

Wird eine Giardieninfektion bestätigt, stehen für die Therapie verschiedene Medikamente zur Verfügung.

Um Reinfektionen zu vermeiden ist es sehr wichtig begleitend Hygienemaßnahmen zu beachten!

Empfehlung für Hunde:

  • Alle Hunde und Katzen eines Haushalts oder Bestandes sowie Tiere mit engem Kontakt zu diesen Tieren müssen gleichzeitig behandelt werden, unabhängig davon, ob sie Krankheitssymptome zeigen.
  • Baden und shampoonieren insbesondere langhaariger Hunde nach der Behandlung, da infektiöse Zysten im Fell haften können und zur Reinfektion des Hundes und zur Infektion des Besitzers führen können.
  • Hundedecken sollten regelmäßig so heiß wie möglich gewaschen werden.
  • Spielzeug sollte sorgfältig gereinigt werden.
  • Nur frischen Trinkwasser verwenden.
  • Der Kot ist stets einzusammeln so zu beseitigen, dass keine Giardienzysten in der Umwelt verbleiben.
  • Futter und Wassernäpfe sind regelmäßig zu reinigen und dürfen nicht durch Kot verunreinigt sein. Der Zugang von Fliegen zu Futter und Wasser sollte unterbunden werden.
  • Feste Böden sollen mit einem Dampfstrahlgerät (>60 °C) gereinigt und desinfiziert werden.
  • Ausläufe sollen möglichst befestigt und trocken sein – dann können sie leichter gereinigt und desinfiziert werden.
  • Zum Schutz von Kindern müssen infizierte Tiere von Spielplätzen und Sandkästen ferngehalten werden.

Empfehlungen für Katzen:

  • Alle Katzen und ggf. Hunde eines Haushalts sowie Tiere mit engem Kontakt zu diesen Tieren müssen gleichzeitig behandelt werden, unabhängig davon, ob sie Krankheitssymptome zeigen.
  • Katzentoiletten sind mit kochendem Wasser zu reinigen und danach sehr gut abzutrocknen.
  • Futter- und Wassernäpfe müssen ebenfalls sorgfältig kontrolliert werden. Der Zugang von Fliegen zu Wasser- und Futternäpfen sollte unterbunden werden.
  • Nur frisches Trinkwasser verwenden.
  • Da infektiöse Giardienzysten im Fell haften und zur Reinfektion führen können sollten insbesondere langhaarige Katzen nach der Behandlung schampooniert werden.
  • Katzendecken regelmäßig so heiß wie möglich waschen.
  • Feste Böden mit einem Dampfstrahler (>60 °C) behandeln und desinfizieren.
  • Spielzeug und Kratzbäume sind sorgfältig zu reinigen.