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Infos für Sie!

Wichtig: Bitte Vor einem Besuch mit Ihrem Tier in unserer Praxis den nachstehenden Vorberichtsbogen ausfüllen und mitbringen!

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Hinweise zur Erkennung von gesundheitlichen Problemen bei Reptilien oder wann man einen reptilienkundigen Tierarzt aufsuchen sollte ...


1. Gewichtsverlust trotz erhaltener Futteraufnahme

Adulte Tiere sollten alle 4 Wochen, Jungtiere alle 1-2 Wochen auf einer Waage - mit grammgenauer Anzeige - gewogen werden. Nimmt das Gewicht der Tiere ohne äußerlich ersichtlichen Grund mehrmals in Folge ab, ist eine frühzeitige, allgemeine und spezielle Untersuchung beim Tierarzt sinnvoll. Dadurch können gesundheitliche Probleme möglichst frühzeitig erkannt und behandelt werden.
Fortgeschrittener Gewichtsverlust wird bei Echsen durch hervortretende Beckenknochen, eine eingefallene Schwanzwurzel und deutlich definierte Muskelbäuche an den Gliedmassen sichtbar. Bei Schlangen treten die Dornfortsätze der Wirbel zunehmend deutlich hervor und ihr Körper wird im Querschnitt betrachtet dreieckig. Besonderheiten sind hierbei bei Königs- und Blutpython zu beachten, die physiologischerweise eine „gemäßigte Dreiecksform“ besitzen. Untergewichtige Schildkröten können sich ungewöhnlich tief in ihren Panzer zurückziehen. Weiterhin erscheinen ihr Hals und ihre Gliedmassen wegen mangelnder Muskulatur im Verhältnis zur Gesamtgröße des Tieres zu dünn zu sein.
Bitte bringen Sie auch eine frische Kotprobe (evtl. von Partnertieren) zum vereinbarten Untersuchungstermin mit.


2. Inappetenz – die Tiere verweigern die angebotene Nahrung

Nahrungsverweigerung ist ein - leider nur sehr un- spezifisches - Zeichen dafür, dass die betroffenen Tiere erkrankt sind oder sein könnten. Von krankhaften Zuständen müssen hierbei auch Phasen unterschieden werden, in denen Reptilien physiologischer- weise weniger oder keine Nahrung aufnehmen. Hierzu zählen z.B. die Paarungszeit, die Endphase der Trächtigkeit und der Zeitraum kurz vor, während und unmittelbar nach der Winterruhe. Weiterhin gilt es zu überprüfen, ob das angebotene Futter für die entsprechende Tierart geeignet ist. Im Zweifelsfall empfiehlt sich auch hier die frühzeitige allgemeine und spezielle Untersuchung beim Tierarzt – noch bevor es zum Verlust von Körpermasse gekommen ist.
Wiederum ist eine frische Kotprobe für eine komplette Untersuchung sehr wichtig.


3. Veränderungen des Verhaltens

Apathie, Bewegungsunlust, Unruhe, ungewohnte Körperhaltungen und - z.T. auch aggressive - Verhaltensweisen können Hinweise auf krankhafte Prozesse sein. Gleiches gilt für auffällig langes Aufsuchen von warmen oder kühlen Orten und des Wasserbeckens oder z.B. aktives Fressen von Bodengrund.


4. Schwellungen und Umfangsvermehrungen bzw. eingefallener Körper

Hierbei verdient jede unnatürliche und ungewohnte Veränderung der Körperform, der Augen und der Gliedmassen die besondere Aufmerksamkeit und ggf. eine spezielle Untersuchung beim Tierarzt.


5. Eingefallene Augen oder auffällige Faltenbildung der Haut

Reptilienaugen sollten immer „passgenau in der Augenhöhle sitzen“ und der Blick frisch und aufmerksam wirken. Erscheinen die Augäpfel zurückgezogen oder sind an den Lidern Furchen sichtbar, sollte die Flüssigkeitsversorgung und der Flüssigkeitshaushalt überprüft werden. Gleiches gilt, wenn an der - zuvor glatt am Tierkörper anliegenden – Haut zunehmend Fältchen oder Falten sichtbar werden.


6. Erschwerte Atmung

Andauerndes Atmen mit geöffnetem Maul, die Erhöhung der Atemfrequenz, deutlich sichtbare Atembewegungen, hörbare Geräusche beim Ein– und Ausatmen sowie Schleimbildung in der Maulhöhle können auf Erkrankungen des Atemapparates hinweisen. Weiterhin werden auffällige Körperhaltungen eingenommen, die die Atmung erleichtern sollen. In diesen Fällen sollten die betroffenen Tiere umgehend zur Untersuchung vorgestellt werden, da eine Ausdehnung der Krankheit schnell zu lebensbedrohlichen Zuständen führen kann.


7. Veränderungen beim Kot- und Harnabsatz

Veränderungen der Kot- und Harnkonsistenz sowie fehlender Kotabsatz sollten immer Anlass zur besonderen Beobachtung der Tiere und ggf. zur Vorstellung beim Tierarzt sein. Gleiches gilt, wenn sich die Farbe von Kot und Harn auffällig verändert. Hierbei sind Untersuchungen von Kot- und auch Harnproben besonders wichtig.


8. Häutungsstörungen

Reptilien wachsen lebenslang – die Geschwindigkeit des Wachstums verlangsamt sich aber mit zunehmendem Alter. Da Ihre äußere Hautschicht nicht mitwächst, müssen sie sich häuten. Die Häutungsfrequenz ist von der Wachstumsgeschwindigkeit abhängig. Jungtiere häuten sich häufiger als adulte Tiere, deren Wachstum mit zunehmendem Alter mit bloßem Auge nicht mehr wahrnehmbar ist. Gesunde Schlangen häuten sich immer in einem Stück. Nachdem sie die alte Haut durch reiben an rauen Gegenständen im Bereich der Schnauze geöffnet haben, streifen sie diese vollständig ab. Geschieht dies nicht, muss mit gesundheitlichen Problemen gerechnet werden. Echsen dagegen häuten sich in Fetzen, bei ihnen sollte besonderes Augenmerk auf die vollständige Häutung im Bereich der Zehen und der Schwanzspitze gelegt werden.
Schildkröten häuten sich häufig so dezent, dass es dem Betrachter oft gar nicht auffällt. Ist bei Schildkröten eine Häutung deutlich erkennbar, kann dies Hinweis für krankhafte Prozesse sein.


9. Weicher Panzer und weiche Knochen

Hiervon sind insbesondere pflanzenfressende Schildkröten und pflanzen- und insektenfressende Echsen betroffen. Schildkröten, deren Panzer sich durch Druck verformen lässt leiden häufig an Störungen im Kalziumstoffwechsel. Gleiches gilt für Echsen, deren Unterkiefer sich leicht verformen lässt oder deren Gliedmassen verdickt erscheinen. Sind derartige Symptome erkennbar, muss neben einer eingehenden tierärztlichen Untersuchung der Tiere besonderes Augenmerk auf die Haltung (UV Licht) und die Fütterung (Ca/P-Verhältnis im Futter, Mineralstoff- versorgung) gelegt werden.


10. Wunden und Verletzungen

Oberflächliche Verletzungen der Haut müssen nicht grundsätzlich tierärztlich untersucht werden, sollten aber unbedingt unter Beobachtung bleiben, um bei negativen Veränderungen schnell eingreifen zu können. Tiefergehende Verletzungen oder Wunden – sollten sie auch sehr klein sein – sollten immer zeitnah und fachgerecht behandelt werden. Aus ihnen können sich sonst massive Probleme entwickeln, die eine langwierige Behandlung nach sich ziehen können.


11. Haltung weiblicher Tiere


Werden weibliche Tier gehalten muss immer daran gedacht werden, dass sie – auch ohne Kontakt zu männlichen Artgenossen gehabt zu haben – Eifollikel anbilden und legereife Eier produzieren können. Dem natürlichen Instinkt folgend legen diese weiblichen Tiere die Eier aber nur an Stellen ab, an denen günstige Bedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung der Jungtiere herrschen. Deswegen ist es wichtig, weiblichen Reptilien einen artspezifischen Eiablageplatz anzubieten. Ist die nicht der Fall, behalten sie die Eier übermäßig lang in ihrem Körper, was wiederum lebensbedrohliche folgen haben kann.
Kommt es bei weiblichen Reptilien zu Veränderungen des Allgemeinbefindens, sollte immer auch besonderes Augenmerk auf ihren Reproduktionsstatus gelegt werden. Mit Hilfe von Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen ist es dem reptilienkundigen Tierarzt in den meisten Fällen möglich, den Zustand einer Legenot zu diagnostizieren oder auszuschließen.
Gleiches gilt, wenn bei weiblichen Tieren im - geplanten - Geburts- oder Eiablagezeitraum gesundheitliche Probleme zu Tage treten.