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Haltung von Reptilien in menschlicher Obhut

Reptilien

Für eine erfolgreiche Haltung von Reptilien - mit langfristig gesunden Tieren – sind einige grundsätzliche Überlegungen unabdingbar:

Alle Reptilien sind und bleiben Wildtiere. Dies gilt nicht nur für Wildfänge, sondern ebenfalls für Farmzuchten und auch für alle Tiere, die in menschlicher Obhut geboren wurden oder geschlüpft sind. Jede Reptilienart hat innerhalb der Jahrmillionen währender Evolution - durch eine weitgehende mikroklimatische, soziale und verhaltensbiologische Spezialisierung - eine ökologische Nische besetzt, an deren Verhältnisse sie perfekt angepasst ist. In dieser „passenden“ Umgebung funktioniert ihr Körper tadellos.
Selbst innerhalb einer Art gibt es besondere Anpassungen. Erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über verschiedene Klimabereiche (z.B. Griechische Landschildkröte, Kornnatter), sind die Tiere auch innerartlich an die verschiedenen lokalen Gegebenheiten angepasst. Kenntnisse über die ursprüngliche geographische Herkunft der Tiere und die dortigen Lebensbedingungen sind die Grundlage für die Gesunderhaltung unserer Schützlinge.

Diese spezifische Anpassung führt im Umkehrschluss jedoch dazu, dass diese Tiere gar nicht anpassungsfähig an andere Bedingungen sind. Reptilien sind bezüglich ihrer ökologischen Anpassung extrem limitiert und programmiert – insbesondere auch deswegen, weil es sich um wechselwarme Tiere handelt.

Die Konsequenz - die sich hieraus für die Haltung dieser Tiere in menschliche Obhut ergibt – ist, dass die Bedingungen im Terrarium den Bedingungen in den natürlichen Lebensraum möglichst zu 100 % gleichen sollen, ja müssen!!!

Bei der Gesunderhaltung unserer Pfleglinge muss ein weiterer wichtiger Punkt beachtet werden. Als Wildtiere verfügen sie über ihre ursprünglichen Instinkte.
In der freien Wildbahn suchen Fressfeinde stets nach erkennbar kranken und schwachen Tieren – also nach leichter Beute, rangniedere Tiere werden jedes Zeichen von Schwäche bei einem ranghöheren Artgenossen nutzen, um ihm den Rang streitig zu machen. Um nicht zur Beute zu werden oder seinen hohen Rang zu verlieren verschleiern erkrankte oder geschwächte Tiere ihr wahres Befinden – zumindest so lange wie möglich.
Dieses instinktgesteuerte Verhalten führt dazu, dass sehr oft gering- bis mittelgradige Krankheitszustände bei den Tieren auch für uns als Betrachter nicht sichtbar werden. Erst im fortgeschrittenen Krankheitsfall werden dann auch äußerlich Krankheitssymptome sichtbar, die dann häufig auch noch sehr unspezifisch sind.

Für diesen Fall bietet die Tierklinik Dr. Doering und Partner ein umfangreiches Leistungsspektrum zur Diagnostik und Therapie von Krankheiten bei Reptilien an.

Um die Wartezeit des erkrankten Tieres im Transportbehältnis so kurz wie möglich zu halten bitten wir Sie Ihren Besuch grundsätzlich vorher telefonisch anzumelden – am Besten einen Termin zu vereinbaren.

Sehr hilfreich und deswegen von unschätzbarem Wert ist die parasitologische Untersuchung einer Kotprobe des erkrankten Tieres. Scheidet der Patient wegen fehlender Futteraufnahme keinen Kot aus, können Kotproben von Partnertieren von großem Nutzen sein. Deswegen bitten wir Sie eine möglichst frische Kotprobe zum Termin mitzubringen.

Neben der fachgerechten, reptilienspezifischen Allgemeinuntersuchung des Patienten stehen uns verschiedenste Diagnostikmöglichkeiten zur Verfügung. Besondere Beachtung verdient dabei die Möglichkeit, reptilienspezifische Blutparameter innerhalb weniger Minuten im eigenen Labor bestimmen zu lassen. Daneben stehen Röntgen, Ultraschall und Endoskopie zur Verfügung. Für chirurgische Eingriffe und die damit verbundene Narkose verfügen wir über ein spezielles Narkosegerät, welches ausschließlich für die Inhalationsnarkose von Reptilien konzipiert wurde. Dank dieser speziellen Narkosetechnik kann die Narkosedauer stark verkürzt und damit das Risiko einer Narkose deutlich minimiert werden. Sollte eine Therapie einen stationären Aufenthalt erfordern, steht unseren Reptilienpatienten für diesen Fall eine hochmoderne, nach neuesten Erkenntnissen im Terrarienbau entwickelte und für uns maßgeschneiderte Anlage zur Verfügung. Darin kann jedes Terrarium separat klimatisch gesteuert werden.

Wegen der oben bereits beschriebenen Symptomarmut erkrankter Reptilien ist eine detaillierter Vorbericht über das Verhalten der Tiere bei Ihnen zu Hause und über die Haltungsbedingungen von größter Wichtigkeit. Deswegen finden sie auf unserer Internetseite einen VORBERICHTSBOGEN [88 KB] , den sie ausdrucken können und dann bitte möglichst vollständig ausgefüllt zum vereinbarten Termin mitbringen.

WICHTIG: Zum Wohl unserer Schützlinge bitten wir Sie deshalb uns auch – Ihnen vielleicht schon bewusste – suboptimale Zustände mitzuteilen und diese nicht zu verschweigen. Wir sind keine Oberlehrer und wir „reißen niemandem den Kopf ab“ - vielmehr ist es unser Bestreben GEMEINSAM mit Ihnen ggf. auch an der Verbesserung Ihres Haltungssystems zu arbeiten und sie ergebnisoffen zu beraten.


Wir behandeln KEINE giftigen oder tatsächlich gefährlichen Tiere!!!

Gerne vermitteln wir Sie in derartigen Fällen an reptilienkundige Tierärzte mit langjähriger Erfahrung im Umgang mit solchen Tierarten.

Vögel

Ähnlich wie kleine Heimtiere und Reptilien sind auch Vögel stark instinktgesteuerte Tiere. Deswegen werden Krankheitszustände für den Betrachter häufig erst im fortgeschrittenen Stadium erkennbar. Zudem sind die Krankheitssymptome häufig sehr unspezifisch.
Eine weitere Schwierigkeit bei der Behandlung von Vögeln liegt in der Tatsache, dass Vögel ein großes Repertoire an reflexgesteuerten Verhaltensweisen an den Tag legen. Deswegen ist jede Untersuchung und Behandlung unvermeidbar mit großem Stress verbunden. Um die Stressfaktoren für die Tiere so gering wie möglich zu halten werden in der Vogelmedizin zahlreiche Untersuchungen in Narkose durchgeführt.

Nach einer fachgerechten klinischen Allgemeinuntersuchung und dem Erstellen einer gewichteten differentialdiagnostischen Liste - in der die in Frage kommenden Krankheitsursachen entsprechen ihrer Wahrscheinlichkeit bewertet werden - können im hauseigenen Labor innerhalb weniger Minuten Blutuntersuchungen durchgeführt werden. Auch Abstriche von Kropf oder Kloake können vor Ort oder in einem Partnerlabor ausgewertet werden. Für chirurgische Behandlungen und andere, mit hohem Stress verbundene Untersuchungen (z.B. Röntgen) steht eine – für die Patienten sehr schonende – Inhalationsnarkose zur Verfügung. Weiterhin besteht die Möglichkeit erkrankte Tiere in unserer Heimtier- und Vogelstation unterzubringen.

In den Fällen, in denen - durch unklare Symptombilder bedingt - zeitnah keine sichere Diagnose gestellt werden kann, werden wir nicht zögern Sie in „vogelfachtierärztliche“ Hände zu überweisen.